FAQ - Häufige Fragen zum Post-Vakzin-Syndrom

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Dieses FAQ soll die wichtigsten Fragen und Antworten liefern und dir einen Einstieg in die Thematik bieten. Dies erfolgt aus der Sicht einer Betroffenengruppe und basiert auf Erfahrungen und wenn möglich, auch auf bereits wissenschaftlichen Erkenntnissen und aktuellen Forschungen. Diese Informationen sind im besten Wissen und Gewissen verfasst, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständig- oder Richtigkeit. Inhaltlicher Stand: November 2021

Der Begriff Post-Vakzin-Syndrom (eng: Post-Vaccine-Syndrome) hat sich als Sammelbegriff für ein bestimmtes Krankheitsbild nach COVID Impfung gebildet. Dieser Begriff ist medizinisch bisher nicht anerkannt. Das Post-Vakzin-Syndrom ähnelt stark der Symptomatik von Long Covid nach einer Infektion, wobei scheinbar überwiegend neurologische und kardiovaskuläre Symptome dominieren. Wie auch bei Long Covid, berichten Betroffene meist über einen wellenförmigen Verlauf der Beschwerden. In Anlehnung an die Definition von Long Covid, zeichnet sich auch das Post-Vakzin-Syndrom durch eine Persistenz der Symptome über viele Wochen und Monate aus. Die Ursachen sind, ähnlich zu Long Covid, noch vollkommen unbekannt. Es existieren allerdings einige Hypothesen, auf welche später weiter eingegangen wird.

Ein ähnliches gelagertes Post-Vakzin-Syndrom wurde allerdings bereits nach der HPV Impfung beschrieben z.B. (Giannotta G & Giannotta N, 2019) oder (Schonfeld & Hendrickson ,2018).

Auf Basis der Betroffenenberichte kristallisieren sich überwiegend neurologische und kardiovaskuäre Symptome heraus. Darunter fallen z.B. Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Brainfog, starke Erschöpfung, Belastungsintoleranz (Post-Exertional Malaise), Muskelschmerzen, Missempfindungen/Parästhesien, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Posturales Orthostatisches Tachykardiesyndrom (POTS), Herzstechen und weitere.

Nein! Und du bist auch nicht alleine mit diesen Problemen. Es gibt Hunderte, vermutlich Tausende oder mehr Betroffene alleine in Deutschland. Leider zeigt sich, dass viele Ärzte einen möglichen Zusammenhang zur Impfung schon pauschal ablehnen. Dies hat natürlich auch damit zu tun, dass öffentlich darüber (noch) nichts bekannt ist. Dennoch vermisst man eine ergebnisoffene Herangehensweise, wenn man mit Problemen nach Impfung zum Arzt geht. Die herkömmlichen medizinischen Untersuchungen bleiben dazu meist befundlos, sodass der Arzt vorschnell eine psychosomatische Ursache unterstellt.
Die Ursachen sind aber sehr wohl körperlicher Natur und bestimmte Untersuchungen zeigen auch Auffälligkeiten. Dazu an anderer Stelle mehr. Die Hilflosigkeit der Betroffenen, die Schwere der Symptome und der eventuell drohende Jobverlust durch Arbeitsunfähigkeit belasten stark die Psyche und können den Krankheitsverlauf weiter verschlechtern. Dies ist aber die Folge der Impfnebenwirkungen, und nicht deren Ursache!

Korrelation ungleich Kausalität. Dieser Grundsatz gilt auch hier. Natürlich beweist ein Auftreten der Symptomatik im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung nicht, dass diese auch kausal für dafür verantwortlich ist. Je näher das zeitliche Auftreten der Symptomatik jedoch an der Impfung liegt, desto wahrscheinlicher ist allerdings auch ein kausaler Zusammenhang. Die Betroffenen berichten überwiegend einheitlich, dass erste, teilweise sehr schwere Symptome bereits wenige Minuten nach Impfung aufgetreten sind, in der Regel aber spätestens innerhalb von 4-10 Tage und dann über einen langen Zeitraum persistieren. Dies ist nicht zu verwechseln mit der normalen Impfreaktion, welche innerhalb weniger Tage abklingt. Das Post Vaccine Syndrom tritt unabhängig vom verwendeten Impfstoff auf: Betroffene haben Biontech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna oder Johnson&Johnson erhalten und klagen über die selbe Symptomatik. Einige Betroffene entwickeln das Post Vaccine Syndrom bereits nach der ersten Impfung, andere erst nach der Zweiten. Mit den anlaufenden Booster Impfungen finden nun allerdings auch Menschen zu uns, die diese Symptome erst nach der dritten Impfung entwickelt haben, obwohl zuvor die ersten zwei Impfungen gut vertragen wurden.

Die Ursachen sind leider unbekannt und vermutlich auch vielfältig. Diskutiert werden beispielsweise: eine Autoimmunreaktion, Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS), persistierendes Spike Protein in Immunzellen oder auch die Reaktivierung von Herpes Viren (z.b. EBV). Zur weiteren Erläuterung soll daher nur auf die aktuell vielversprechendsten Theorien eingegangen werden. Im Laufe der Zeit werden an dieser Stelle weitere Theorien und Erkenntnisse aufgearbeitet und präsentiert:

Hier im Forum findest du bereits sehr viele Informationen und kannst dich mit anderen Betroffenen vernetzen. Einen medizinischen Rat zur Behandlung kann hier nicht gegeben werden. Bitte besprich stets jede Behandlung mit deinem Arzt. Die Erfahrung zeigt aber folgendes:

  • Hör auf deinen Körper und gönne ihm Ruhe. Viele Betroffene probieren trotz Ihrer Beschwerden normal weiter zu machen und haben dadurch teilweise massive Rückfälle. Der Umstand, dass Ärzte einen für absolut gesund befinden, da die gängigen Untersuchungen unauffällig sind, befeuert natürlich den Drang und Druck dazu, sich normal zu belasten und man versucht seine Beschwerden zu ignorieren. Die Erfahrung zeigt aber, dass dies aber in der Regel zu einer Verschlechterung führt. Das Stichwort hier heißt “Pacing” – also das Haushalten lernen mit den aktuell vorhandenen Kräften. Dabei soll man ein Überschreiten der Grenzen unbedingt vermeiden. Da das Post Vaccine Syndrom/Long Covid teils starke Überschneidungen zur Erkrankung ME/CFS hat, wird hier auf folgendes Dokument der Charité Berlin verwiesen:

“Durch symptoma­tische Therapie, Stressreduktion und das sogenannte „Pacing“ kann es lang­fristig zur Besserung kommen. Unter Pacing wird dabei das Einhalten eines individuellen Belastungsniveaus ver­standen, so dass keine Überlastung mit postexertioneller Exazerbation auftritt. CFS­-Patienten müssen deshalb zual­lererst ihren Lebensstil der Krankheit anpassen und Belastungsspitzen „glätten“. Möglicherweise lässt sich durch das präventive „Pacing“ auch die Prognose günstig beeinflussen”

Quelle: Scheibenbogen. Charite Berlin ME/CFS

  • Falls du in den Händen eines guten und engagierten Arztes bist, wird er mit dir hoffentlich die wichtigsten Untersuchungen und Tests machen. Dazu gehört auch eine Untersuchung der Mikronährstoffe im VOLL-Blut. So können Mängel aufgedeckt werden, und eventuell mit Supplementen oder Infusionen gegengesteuert werden. Einige Betroffene haben damit gute Erfolge erzielen können. Lies dich durchs Forum, um hier mehr zu erfahren. Durch eine ausreichende Versorgung mit allem, was der Körper nun benötigt, stellst du auf jeden Fall die besten Bedingungen her, damit dein Körper genesen kann.

  •  Fordere deinen Arzt inständig auf deine Nebenwirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut zu melden. Scheinbar tun dies Ärzte nur widerwillig.Verweise auf die geltende Meldepflicht und melde deine Nebenwirkungen auf jeden Fall auch selbst. Dies kannst du einfach online selbst tun.

  • Hör auf zu schweigen! Rede mit deinen Mitmenschen über deine Nebenwirkungen. Das gesellschaftliche Klima hat sich leider in eine Richtung entwickelt, in welchem man sofort als Querdenker und Corona-Leugner stigmatisiert wird, sofern man etwas Negatives über die Impfung äußert. Die Bevölkerung bekommt durch Politik und Medien suggeriert, dass es absolut keine Probleme mit den Impfungen und Nebenwirkungen gäbe. Erlebt man das Gegenteil am eigenen Leib, fühlt man sich wie ein Aussätziger und man hat Angst dies zu erzählen. Sei mutig, erzähle davon. Frage deine Bekannten und Freunde danach. Die Erfahrung der Betroffenen zeigt, dass viele Leute Veränderungen oder Nebenwirkungen bemerkt haben, aber sich nicht trauen etwas zu sagen. Nur durch eine größere Öffentlichkeit, Akzeptanz und einen sachlichen Diskurs über Nebenwirkungen wird uns Betroffenen die medizinische Hilfe ermöglicht, die wir dringend benötigen!

Das Post-Vakzin Sydrom äußert sich in einer vielfältigen und teilweise diffusen Symptomatik. Eine gezielte Untersuchung ist daher schwierig zu empfehlen. Daher soll an dieser Stelle auf ein Untersuchungsprotokoll der DGName verwiesen werden. Dort werden geeignete Untersuchungen / Laborparameter nach Organcluster aufgeführt. Der beste Weg ist dies mit deinem Arzt oder erfahrenen Heilpraktiker durchzugehen und die für dein Beschwerdebild wichtigen Untersuchungen auszuwählen.

Eine Auswahl:

  • Immunologie: verschiedene Zytokine und Autoantikörper etc.
  • Kardiovaskulär: D-Dimer, NT-ProBNP, hsCRP etc.
  • Blut-Hirn-Schranke: S-100, alpha1-Antitrypsin etc.
  • Neuroinflammation: Serotonin Stoffwechsel, IDO Aktivität etc.
  • Mitochondrien: Bioenergetischer Gesundheitsindex (BHI) etc.

Quelle: (Long Covid/Post-Vakzin-Syndrom Diagnose Protokoll DGName, Seite 4 ff.)

Folgende Labore können die genannten Untersuchungen beispielsweise durchführen:

 

Die Frage kann leider niemand aktuell beantworten. Mittlerweile gibt es aber einige Erfahrungen von Betroffenen: Während Einige nur wenige Wochen benötigen, bis sie sich wieder gesund fühlen, benötigen Andere mehrere Monate. Leider sind aber viele Betroffene auch nach 6-9 Monaten noch immer nicht genesen. Viele erfahren aber zumindest eine Verbesserung der Symptome über die Zeit. Für Erfahrungsberichte schau am besten ins Forum, besonders natürlich in die Erfolgsgeschichten!